Baukasten, Freelancer oder Agentur? Realistische Preise, versteckte Kosten und woran du Qualität erkennst.
„Was kostet eine Website?" ist eine der Fragen, bei denen dir fast jeder eine andere Antwort gibt — und alle haben irgendwie recht. Ein Onepager für 500 Euro existiert genauso wie ein Projekt für 40.000 Euro, und beide können für den jeweiligen Betrieb die richtige Entscheidung sein. Das Problem ist nicht die Preisspanne an sich, sondern dass kaum jemand erklärt, woher sie kommt.
Wir kalkulieren seit Jahren Websites für Handwerksbetriebe, Kanzleien, Praxen und lokale Dienstleister und sehen dieselben Missverständnisse immer wieder: Leute vergleichen einen Baukasten-Onepager mit einem individuell entwickelten Portal und wundern uns, warum die Preise nicht zusammenpassen. Dieser Artikel sortiert das — mit echten Preisspannen, echten Kalkulationsbeispielen und einer ehrlichen Liste, worauf du bei Angeboten achten solltest, bevor du unterschreibst.
Der größte Hebel für den Preis ist der Website-Typ selbst. Ein Onepager für ein lokales Café braucht andere Ressourcen als ein Online-Shop mit 300 Produkten. Grob lassen sich vier Kategorien unterscheiden, die in der Praxis auch unterschiedlich eingekauft werden.
| Website-Typ | Typischer Preis | Laufzeit bis Livegang |
|---|---|---|
| Onepager / Landingpage | 500 – 2.500 Euro | 1 – 2 Wochen |
| Business-Website (5–15 Seiten) | 2.500 – 9.000 Euro | 3 – 6 Wochen |
| Online-Shop (Standard-Shopsystem) | 4.000 – 20.000 Euro | 6 – 12 Wochen |
| Individuelle Entwicklung (Portal, Web-App) | 15.000 – 100.000+ Euro | 3 – 9 Monate |
Diese Zahlen sind keine Mondpreise, sondern das, was du in Deutschland 2026 realistisch für seriöse Arbeit bezahlst. Nach unten gibt es immer noch günstigere Angebote — die meisten davon sind Baukasten-Selbstbau ohne Beratung, Text oder Strategie dahinter.
Für ein einzelnes Angebot, eine Kampagne oder einen einfachen Erstauftritt reicht oft eine Seite. Wichtig ist hier nicht die Seitenzahl, sondern dass Struktur, Text und Call-to-Action stimmen — sonst bringt auch die schönste Einzelseite keine Anfragen.
Das ist das Kernsegment für die meisten Handwerksbetriebe und Dienstleister: Startseite, Leistungen, Über uns, Referenzen, Kontakt, oft ergänzt um lokale Landingpages pro Ort oder Leistung. Hier entscheidet sich, ob eine Website nur „vorhanden" ist oder tatsächlich Anfragen produziert.
Shopsysteme wie Shopify, Shopware oder WooCommerce senken die Entwicklungskosten, aber Produktdatenpflege, Zahlungsanbindung, Versandlogik und rechtliche Anforderungen (Widerrufsrecht, Kassenbon, DSGVO) treiben den Aufwand nach oben. Ein Shop ist selten „nur eine Website" — er ist ein laufendes Betriebssystem für dein Geschäft.
Kundenportale, Buchungssysteme, individuelle Web-Apps: Hier zahlst du für Software-Entwicklung, nicht für Design. Das erklärt auch, warum die Spanne nach oben offen ist — die Komplexität der Anforderungen bestimmt den Preis, nicht die Optik.
Ein häufiger Fehler ist, den eigenen Bedarf falsch einzuschätzen und zwischen diesen Kategorien zu springen. Ein Malerbetrieb, der eigentlich eine solide Business-Website mit fünf bis acht Seiten braucht, landet oft entweder bei einem zu simplen Onepager, der keine Fläche für Leistungen und Referenzen bietet, oder bei einer überdimensionierten individuellen Lösung, die Funktionen bezahlt, die nie genutzt werden. Der erste Schritt vor jeder Preisanfrage sollte deshalb sein, ehrlich zu klären: Wie viele Leistungen, Standorte und Zielgruppen muss die Website abbilden — und wie oft ändert sich das?
Typische Alt-Website
Signaleo-Website
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Neben dem Website-Typ ist die zweite große Preisvariable, wer die Website baut. Alle drei Wege können funktionieren — aber sie lösen unterschiedliche Probleme.
| Modell | Kosten | Wofür geeignet | Grenzen |
|---|---|---|---|
| Baukasten (Wix, Jimdo, Squarespace) | 10 – 40 Euro/Monat + Eigenzeit | Sehr kleines Budget, Testballon, Übergangslösung | Kein SEO-Fundament, kein Support, Zeitaufwand bei dir |
| Freelancer | 1.500 – 8.000 Euro | Klar definiertes Projekt, direkter Draht zum Umsetzer | Ausfallrisiko, oft kein Team für Wartung/Marketing |
| Agentur | 3.000 – 25.000+ Euro | Strategie, Design, Text, SEO, Wartung aus einer Hand | Höherer Einstiegspreis, Abstimmungsaufwand |
Baukästen sind nicht per se schlecht — für einen ersten Auftritt mit sehr kleinem Budget können sie reichen. Das Problem entsteht, wenn ein Betrieb darüber wächst und merkt, dass die Struktur für SEO oder Anfragen einfach nicht ausgelegt war. Dann wird migriert, und das kostet am Ende mehr als eine solide Erstlösung.
Bei Freelancern lohnt sich ein genauer Blick auf die Verfügbarkeit über das Projektende hinaus. Viele Einzelkämpfer liefern hervorragende Arbeit ab, sind aber bei einer plötzlichen Anfrage im laufenden Betrieb schwerer erreichbar als ein Team mit mehreren Ansprechpartnern. Das ist kein Qualitätsurteil, sondern eine Frage der Verlässlichkeit, die du in deine Entscheidung einpreisen solltest — besonders wenn deine Website direkt mit deinem Neukundengeschäft verknüpft ist.
Agenturen wiederum unterscheiden sich stark in ihrer Ausrichtung: Manche sind reine Design-Studios, andere reine Umsetzer nach Vorlage, wieder andere verstehen sich als Partner für Sichtbarkeit und Wachstum. Für ein KMU, das über die Website tatsächlich Anfragen gewinnen will, ist die dritte Kategorie meist die wirtschaftlich sinnvollere Wahl, auch wenn der Einstiegspreis höher liegt als bei einem reinen Umsetzungsauftrag.
Zwei Websites mit gleicher Seitenzahl können 2.000 Euro oder 15.000 Euro kosten. Der Unterschied liegt fast nie im Design, sondern in diesen Faktoren:
Wer zwei Angebote vergleicht, sollte deshalb nicht nur auf die Endsumme schauen, sondern fragen: Was genau ist da drin? Ein Angebot ohne Content-Erstellung und ohne SEO-Grundlagen ist kein „günstigeres" Angebot — es ist ein anderes Produkt.
Ein oft unterschätzter Preistreiber ist außerdem die Abstimmungsphase selbst. Je unklarer ein Betrieb formulieren kann, was die Website leisten soll, desto mehr Schleifen braucht die Umsetzung — und jede zusätzliche Feedbackrunde kostet Zeit, die irgendwo im Preis landet. Ein gut vorbereitetes Erstgespräch mit klaren Zielen, Beispielen von Websites, die gefallen, und einer realistischen Liste der gewünschten Inhalte kann die Gesamtkosten spürbar senken, weil weniger Leerlauf entsteht.
| Klassisch / DIY | Mit Signaleo | |
|---|---|---|
| Strategie über alle Kanäle | Einzelmaßnahmen | Ein System |
| Ergebnisse messbar bis zum Umsatz | ✕ | ✓ |
| Eigenes CRM & Daten-Hub | ✕ | ✓ |
| Fester Ansprechpartner | oft wechselnd | ✓ |
| Sichtbar bei Google UND in der KI | selten | ✓ |
| Aktives Bewertungsmanagement | ✕ | ✓ |
Der Kaufpreis der Website ist nur die halbe Wahrheit. Die zweite Hälfte sind laufende Kosten, die viele Angebote nicht transparent ausweisen.
Domain-Registrierung kostet meist 10 – 20 Euro im Jahr, Hosting je nach Anbieter und Traffic zwischen 5 und 50 Euro im Monat. Für die meisten KMU-Websites reicht solides Standard-Hosting völlig aus.
Content-Management-Systeme wie WordPress brauchen regelmäßige Updates — Kern, Plugins, Sicherheitspatches. Wird das vernachlässigt, drohen gehackte Seiten oder Sicherheitslücken. Realistisch solltest du 30 – 150 Euro im Monat für Wartung einplanen, je nach Umfang der Website.
Eine Website, die einmal gebaut und nie wieder angefasst wird, verliert mit der Zeit an Sichtbarkeit. Neue Referenzen, aktuelle Preise, neue Blogartikel oder saisonale Angebote halten die Seite lebendig — dafür braucht es entweder eigene Zeit oder ein Redaktionsbudget.
SSL-Zertifikate sind heute meist im Hosting inklusive, aber Impressum, Datenschutzerklärung und Cookie-Consent müssen aktuell gehalten werden — gerade bei neuen Tools oder Tracking-Diensten.
Eine Website ohne Traffic ist wie ein Ladengeschäft in einer Seitenstraße ohne Beschilderung. Wer über die Website aktiv Kunden gewinnen will, sollte zusätzlich Budget für Suchmaschinenoptimierung, lokale Sichtbarkeit oder bezahlte Anzeigen einplanen — je nach Ausgangslage zwischen 300 und 2.000 Euro im Monat. Diese Kosten stehen technisch nicht in der Website-Rechnung, gehören aber wirtschaftlich in dieselbe Betrachtung, denn eine Website ohne Sichtbarkeit erzeugt selten von allein Anfragen.
Damit die Zahlen greifbar werden, drei realistische Beispiele, wie sie bei uns typischerweise aussehen.
Ein Elektrobetrieb mit acht Mitarbeitenden möchte eine Website mit Startseite, fünf Leistungsseiten, drei lokalen Landingpages für die Region, Referenzen und Kontaktformular mit Terminanfrage. Kalkulation: Design und Technik rund 2.800 Euro, Text und SEO-Struktur rund 1.900 Euro, Fotografie vor Ort 600 Euro. Gesamt: etwa 5.300 Euro einmalig, plus rund 60 Euro im Monat für Hosting und Wartung.
Eine selbstständige Physiotherapeutin braucht eine einzelne Seite mit Leistungen, Öffnungszeiten und Terminbuchungs-Link. Kalkulation: rund 1.200 Euro für Design, Text und Einrichtung, dazu 15 Euro im Monat Hosting. Kein SEO-Ausbau, weil die Neukunden hauptsächlich über Empfehlung kommen.
Ein Fachhändler mit 150 Produkten will von einem alten Shopsystem migrieren. Kalkulation: Shopsystem-Einrichtung und Design rund 6.000 Euro, Produktdatenmigration und -pflege 2.500 Euro, Zahlungs- und Versandanbindung 1.200 Euro. Gesamt: rund 9.700 Euro, plus laufende Transaktionsgebühren und rund 100 Euro im Monat Wartung.
Eine Steuerkanzlei möchte neben der klassischen Website ein einfaches Mandantenportal für den sicheren Dokumentenaustausch. Kalkulation: Website mit zehn Seiten rund 4.500 Euro, individuelle Portal-Entwicklung inklusive Login und Upload-Funktion rund 14.000 Euro, laufende Serverkosten für die Portal-Infrastruktur rund 80 Euro im Monat. Gesamt: rund 18.500 Euro einmalig. Dieses Beispiel zeigt, wie stark der Preis steigt, sobald echte Software-Funktionalität statt reiner Darstellung gefragt ist.
Diese vier Beispiele haben eines gemeinsam: Der Preis ergibt sich nicht aus einer pauschalen Wunschzahl, sondern aus der Summe konkreter Bausteine. Wer eine Kalkulation nicht nachvollziehen kann, sollte so lange nachfragen, bis jeder Posten verständlich ist.
Ein Angebotsvergleich ist nur dann fair, wenn du weißt, welche Fragen du stellen musst. Diese Checkliste hilft dabei, Äpfel mit Äpfeln zu vergleichen.
| Frage an den Anbieter | Warum wichtig |
|---|---|
| Ist Content-Erstellung im Preis enthalten? | Texte sind oft der größte versteckte Zusatzposten |
| Wer besitzt am Ende die Website und die Inhalte? | Manche Anbieter „vermieten" die Website statt sie zu übergeben |
| Was kostet eine Textänderung nach Livegang? | Zeigt, ob langfristige Betreuung fair kalkuliert ist |
| Wie sieht die SEO-Grundstruktur aus? | Ohne saubere Struktur bringt die schönste Seite keine Anfragen |
| Gibt es einen festen Ansprechpartner? | Wichtig bei Rückfragen und späteren Anpassungen |
Es gibt nicht „den" richtigen Preis für eine Website, sondern nur den richtigen Preis für dein Ziel. Willst du einfach präsent sein, reicht ein schlanker, günstiger Auftritt. Willst du aktiv neue Kunden über Google gewinnen, brauchst du Struktur, Text und technisches Fundament — und das kostet entsprechend mehr, zahlt sich aber über Anfragen zurück.
Wenn du wissen willst, wo dein aktueller Auftritt steht und was ein realistischer nächster Schritt für dich wäre, starte mit den kostenlosen Sichtbarkeits-Check. Du bekommst eine ehrliche Einschätzung, bevor du in ein neues Projekt investierst.
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